Unwort des Jahres 2009:

Betriebsratsverseucht


Die Jury der sprachkritischen Aktion, die seit 1991 die "Unworte" kürt, wählte den Begriff "betriebsratsverseucht" aus fast 1.000 Nominierungen zum Unwort des Jahres 2009. Laut einem Bericht der ARD-Sendung "Monitor" bezeichnen offenbar Abteilungsleiter einer Baumarktkette Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Filialen mit Betriebsrat als "betriebsratsverseucht".

Das sei, so die Jury in ihrer Begründung, ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen. Die Begründung der Jury zur Wahl des "Unworts des Jahres 2009" finden sie hier. >>>

Gewerkschaften begrüßen Entscheidung

Aus den Gewerkschaften gab es auf die Entscheidung der Jury viele >>>positive Reaktionen. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, nannte es bemerkenswert, dass Sprachwissenschaftler mit der Wahl dieses Unwortes deutlich gemacht hätten, "dass es ein gesellschaftliches Missverhältnis zwischen der Notwendigkeit und der Bedeutung der Betriebsratsarbeit und der Missachtung dieser Arbeit durch bestimmte Arbeitgeber gibt". DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel bezeichnete die Entscheidung gar als ein "Lob an alle Betriebsräte".

Aufkleber als Zeichen der Anerkennung

Dieses Lob soll jeder Beschäftigte, der seinen Betriebsrat unterstützen möchte, weitergeben können. Deshalb hat der Graewis Verlag, in dem unter anderem der gewerkschaftliche Info-Service "einblick" des DGB erscheint, den Aufkleber "Betriebsratsverseucht. Und das ist gut so!" aufgelegt.

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